Peelings im Herbst und Winter: warum jetzt die richtige Zeit ist

Glykolsäure, Mandelsäure, TCA, BioRePeel oder PRX – welches chemische Peeling wann passt, warum die dunkle Jahreszeit dafür ideal ist und wie Sie die Haut davor und danach pflegen.

Von Veronika 3 Min. Lesezeit

Auftragen eines Peelings mit dem Pinsel auf die Wange
Auftragen eines Peelings mit dem Pinsel auf die Wange

Ab Oktober beginnt im Studio die Peeling-Saison, und das hat einen einfachen Grund: Die Haut ist nach einem chemischen Peeling für einige Wochen lichtempfindlicher. Je weniger UV-Strahlung sie in dieser Zeit abbekommt, desto geringer das Risiko für Pigmentflecken – und desto entspannter kann tiefer gearbeitet werden. Von Oktober bis April ist das Zeitfenster, in dem wir mitteltiefe Peelings überhaupt anbieten.

Was ein chemisches Peeling macht

Eine Säure löst die Verbindungen zwischen den obersten Hornzellen. Die Haut stößt diese Zellen beschleunigt ab und bildet darunter neue – glatter, gleichmäßiger pigmentiert, mit feineren Poren. Je nach Säure, Konzentration und Einwirkzeit reicht das von „frischer Teint am nächsten Tag“ bis zu „fünf Tage Schuppung, dann deutlich erneuerte Haut“.

Die Peelings im Studio – und wofür sie sind

Mandelsäure-Peeling – die sanfteste Option. Große Molekülgröße, dringt langsam ein, gut verträglich auch bei empfindlicher und zu Rötungen neigender Haut. Kaum sichtbare Reaktion. Ideal als Einstieg oder als Kur alle zwei Wochen bei unreiner Haut.

Glykolsäure-Peeling – kleiner, schneller, wirksamer gegen fahlen Teint, feine Linien und oberflächliche Unregelmäßigkeiten. Leichte Rötung am Behandlungstag, danach nichts. Als Serie von vier bis sechs Anwendungen.

BioRePeel – eine Kombination aus TCA in niedriger Konzentration mit Aminosäuren und Vitaminen. Wirkt in der Tiefe, ohne sichtbar zu schälen – „Peeling ohne Peeling“. Beliebt, weil man am nächsten Tag arbeiten kann. Vier Anwendungen im Abstand von zwei Wochen.

PRX-Peeling – TCA mit Wasserstoffperoxid, das die Säure biorevitalisierend statt abschälend wirken lässt. Strafft, verdichtet, verbessert die Textur. Ebenfalls ohne Ausfallzeit; wird oft mit Massage einmassiert.

TCA-Peeling – das klassische mitteltiefe Peeling. Sichtbare Schuppung über drei bis fünf Tage, danach eine merklich erneuerte Haut. Für Sonnenschäden, Pigmentflecken, Aknenarben, gröbere Textur. Ein bis drei Anwendungen im Abstand von vier Wochen, ausschließlich in der dunklen Jahreszeit.

Vorbereitung: zwei Wochen vorher

  • Kein Retinol, keine säurehaltige Pflege zu Hause, kein Waxing im Gesicht.
  • Keine Sonnenbäder, kein Solarium – auch nicht „nur kurz“.
  • Bei Herpesneigung: vorher Bescheid geben, damit wir den Zeitpunkt planen können.
  • Beim Ersttermin gehört eine Hautanalyse dazu; sie entscheidet über Säure und Konzentration.

Nachsorge: die eigentliche Arbeit

Das Peeling dauert 30 bis 45 Minuten. Was danach kommt, bestimmt das Ergebnis:

  • Sonnenschutz LSF 50, täglich, auch bei Regen. Für mindestens vier Wochen. Das ist nicht verhandelbar – ohne Sonnenschutz kann ein Peeling Pigmentflecken erzeugen statt sie zu entfernen.
  • Nicht zupfen. Schuppen und Krusten lösen sich selbst. Wer nachhilft, riskiert Narben.
  • Reduzierte Pflege. Milde Reinigung, eine reichhaltige, reizarme Creme, sonst nichts. Kein Make-up am Behandlungstag, bei TCA drei Tage.
  • Keine Sauna, kein Sport für 48 Stunden, bei TCA bis die Schuppung abgeschlossen ist.

Für wen Peelings nicht geeignet sind

Schwangerschaft und Stillzeit, aktive Hautinfektionen, offene Wunden, Neigung zu Keloidnarben, Einnahme von Isotretinoin in den letzten sechs Monaten. Bei sehr dunklen Hauttypen wählen wir konservativer, weil das Risiko für Pigmentverschiebungen höher ist – das besprechen wir in der Analyse.

Warum nicht im Sommer?

Man kann oberflächliche Peelings – Mandelsäure, Enzym – auch im Sommer machen, mit konsequentem Sonnenschutz. Alles Mitteltiefe verschieben wir bewusst. Nicht, weil es im Juli nicht wirkt, sondern weil ein einziger Nachmittag am See das Ergebnis von drei Sitzungen ruinieren kann. Der Herbst ist die vernünftige Zeit dafür – und bis zum Frühjahr ist die Haut dann da, wo man sie haben will.

Veronika

Zur Person

Veronika

Kosmetikerin, NiSV-zertifiziert · Inhaberin

Veronika hat das Studio gegründet und verantwortet den kosmetischen Bereich: Hautanalyse, Ausreinigung, chemische Peelings, Carboxy- und Enzymtherapie sowie RF-Microneedling. Ausgangspunkt war die Ausbildung zur Kosmetikerin; dazu kamen die Fachkunde nach NiSV für apparative Behandlungen mit Radiofrequenz und Weiterbildungen zu mitteltiefen Peelings (TCA, PRX, BioRePeel) und den Casmara-Methoden.

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